Medikamente

Zum erfolgreichen Laktieren sind keine Medikamente notwendig, jedoch dauert es ohne wesentlich länger bis sich die ersten Milchtropfen bilden. Um eine schnellere Milchbildung zu ereichen, kann man auf das Medikament Domperidon zurückgreifen. Eigentlich wird es gegen Übelkeit und Erbrechen eingesetzt und als “Nebenwirkung” entsteht erhöhte Prolaktin Freisetzung, was Milchbildung zur Folge hat. Im Normalfall eine unangenehme Begleiterscheinung, aber in unserem Fall sehr hilfreich bei der Milchbildung.

In Deutschland ist Domperidon Rezeptpflicht, jedoch in einigen Nachbarländern ohne Rezept erhältlich. Schnelle und problemlose Bestellung ist bei dieser Apotheke in Holland möglich.        klick mich…

Ergänzung:

Leider ist nun auch die rezeptfreie Bestellung in Holland nicht mehr möglich. Mir ist nur noch eine einzige Quelle bekannt, über die man bestellen kann. Man muss ein paar Gesundheitsfragen beantworten, daraufhin wird quasi ein Rezept von denen ihren Ärzten ausgestellt und man bekommt dann ganz normal die bestellte Menge geliefert, aber es ist ein teurer “Spaß” geworden.      klick mich…

Für genaue Vorgehensweise und allgemeine Infos über Domperidon habe ich euch mal den Artikel von Dr. Jack Newman unten angefügt. Er ist zwar auf das stillen von Babys ausgelegt, aber das ist ja egal, Stillen ist Stillen. Bitte lest euch das genau durch bevor ihr bestellt und mit der Einnahme beginnt.

 

Autor: Dr. Jack Newman MD FRCPC
Originaltitel: “Domperidon “

Domperidon (z.B. Motilium®) ist ein Wirkstoff, der als Nebenwirkung die Produktion des Hormons Prolaktin steigert. Prolaktin ist ein Hormon, das die Milchbildungszellen in der mütterlichen Brustdrüse zur Produktion von Muttermilch anregt. Domperidon steigert die Sekretion des Prolaktins indirekt, indem es die Aktivität des Hormons Dopamin reduziert. Eine der Aktivitäten von Dopamin ist die Hemmung der Prolaktinsekretion in der Hirnanhangsdrüse. Domperidon wird allgemein bei Störungen des Magen-Darm-Trakts eingesetzt. Es ist nicht als Mittel zur Förderung der Milch-produktion zugelassen. Das bedeutet jedoch nicht, dass es nicht zu diesem Zweck verordnet werden kann, sondern vielmehr, dass der Hersteller seinen Einsatz zur Steigerung der Milchmenge nicht fördert. Allerdings gibt es mehrere Studien, die zeigen, dass es die Milchbildung anregt und dass es ungefährlich ist. Es wurde viele Jahre lang bei jungen Säuglingen mit Erbrechen und Gewichtsabnahme eingesetzt, in letzter Zeit ist es jedoch für diesen Zweck von einem neueren Wirkstoff namens Cisaprid (z.B. Propulsin®) ersetzt worden. Cisaprid hat jedoch nicht den gleichen Effekt auf die Milchbildung wie Domperidon. Seit Domperidon auf dem Markt ist, ist seine Wirkung auf die Förderung der Milchproduktion bekannt. Auch von Metoklopramid (z.B. Paspertin®), einem anderen, aber älteren Mittel, ist diese Nebenwirkung auf die Milchbildung bekannt. Dieses hat jedoch häufige Nebenwirkungen, wie etwa Müdigkeit, Reizbarkeit, Depression, die seine Einnahme für viele stillende Mütter nicht akzeptabel machen. Domperidon hat sehr viel weniger Nebenwirkungen, weil es die Blut-Hirn-Schranke nicht passiert und daher nicht in signifikanten Mengen in das Hirngewebe gelangt.

Wann ist eine Anwendung von Domperidon angezeigt?
Domperidon sollte nie der erste Ansatz bei der Lösung von Stillschwierigkeiten sein. Domperidon ist keine Therapie für alle Fälle. Es sollte nicht eingesetzt werden, bevor nicht alle anderen Faktoren, die zu einer ungenügenden Milchproduktion führen können, behandelt worden sind. Dazu gehören:

Korrektur des Anlegens, damit das Baby so effektiv wie möglich, an die Milch gelangt, die von der Mutter gebildet wird. Eine Korrektur des Anlegens kann alles sein, was nötig ist, um aus einer Situation mit “zu wenig Muttermilch” eine mit “reichlich Muttermilch” zu machen.

Anwenden von Brustkompression, um die Muttermilchaufnahme zu erhöhen. (Anmerkung der Übersetzerin: Bei der Brustkompression wird beim Stillen, wenn das Baby nicht mehr effektiv saugt und schluckt, die Brust weit genug vom Mund des Babys mit Daumen und Fingern einer Hand komprimiert, so dass der Milchfluss zum Kind verstärkt wird und dieses dadurch zum Saugen ainmiert wird.)

Ausstreichen oder Abpumpen der Brüste nach dem Anlegen, um die Milchmenge zu erhöhen.

Korrektur von Saugstörungen, Absetzen von künstlichen Saugern (Einsatz von alternativen Zufütterungstechniken, z.B.: Brusternährungsset, Fingerfütterung) sowie andere Strategien.

Die Anwendung von Domperidon zur Förderung der Milchproduktion
In folgenden Situationen wirkt Domperidon besonders gut zur Förderung der Milchproduktion:

wenn Mütter, die für ein krankes oder frühgeborenes Baby in der Klinik Muttermilch abpumpen, etwa 4-5 Wochen nach der Geburt einen Rückgang der abgepumpten Milchmenge feststellen. Die Gründe für diesen Rückgang sind wahrscheinlich vielfältig, aber Domperidon bringt in der Regel die abgepumpte Milch wieder auf die vorherige oder sogar eine größere Menge zurück;

wenn eine Mutter eine Abnahme der Milchmenge hat, wenn das Baby 3-4 Monate alt ist, was häufig in Verbindung mit der Einnahme der Anti-Baby-Pille (Östrogenhaltige Anti-Baby-Pillen sollten in der Stillzeit vermieden werden.) oder gelegentlich ohne ersichtlichen Grund auftritt. In solchen Fällen bringt Domperidon die Milchmenge oft auf das normale Niveau zurück;

wenn eine Mutter aufgrund von “emotionalem Stress” einen Rückgang der Milchmenge erlebt. Es wird zwar von manchen Personen bezweifelt, dass emotionale Aufregung die Milchmenge reduzieren kann, aber gelegentlich kommt dies vor. Domperidon wirkt ebenfalls, wenn auch oft weniger dramatisch:

wenn eine Mutter für ein krankes oder frühgeborenes Baby abpumpt, aber keine volle Milchproduktion entwickelt hat;

wenn eine Mutter versucht eine volle Milchproduktion aufzubauen, um ein Adoptivbaby zu stillen;

wenn eine Mutter versucht die Zufütterung ihres Babys zu reduzieren.
Gibt es Nebenwirkungen bei der Einnahme von Domperidon?
Bei allen Medikamenten sind Nebenwirkungen möglich und einige sind auch für Domperidon gemeldet. (Lehrbücher listen häufig jeden Nebeneffekt auf, der jemals erwähnt wurde, aber die berichteten Symptome sind nicht notwendigerweise auf das Medikament zurück zu führen, das eine Person einnimmt.) Es gibt nicht das 100% sichere Medikament. Allerdings hat die klinische Erfahrung mit Domperidon gezeigt, dass Nebenwirkungen bei der Mutter extrem selten vorkommen, außer der Steigerung der Milchproduktion. Einige der berichteten Nebenwirkungen von behandelten Müttern (sehr selten, nicht gravierend):

Kopfschmerzen, die verschwanden, wenn die Dosis reduziert wurde (wahrscheinlich die häufigste Nebenwirkung)

Bauchkrämpfe

Mundtrockenheit

Die in die Muttermilch übertretende Menge von Domperidon ist so gering, dass Nebenwirkungen beim Baby nicht zu erwarten sind. Mütter haben uns in vielen Jahren der Verwendung keine mitgeteilt. Mit Sicherheit ist die Menge, die das Baby über die Milch erhält, ein winziger Teil dessen, was Babys bekommen, wenn sie wegen Erbrechen behandelt werden.

Gibt es langfristige Risiken bei der Verwendung von Domperidon?

Der Hersteller bemerkt in seiner Literatur, dass eine Langzeitbehandlung mit Domperidon bei Ratten zu einer erhöhten Anzahl von Brusttumoren bei den Tieren geführt hat. In der Literatur heißt es weiter, dass dies noch nie bei Menschen dokumentiert wurde. Dabei sollte man bedenken, dass Toxizitätsstudien von Medikamenten gewöhnlich die Behandlung mit sehr hohen Dosen über Zeiträume brauchen, die den größten oder gesamten Teil der Lebenszeit der Tiere dauert. Es ist ebenfalls zu be-denken, dass nicht zu stillen das Risiko für Brustkrebs erhöht und dass das Brustkrebsrisiko sinkt je länger gestillt wird.

Wie wende ich Domperidon an, um die Milchmenge zu erhöhen?

In der Regel beginnt die Behandlung mit Domperidon mit einer Dosierung von 20 mg (zwei Tabletten a 10 mg) viermal täglich. Wenn die Einnahme viermal am Tag ungünstig ist, können auch dreimal täglich 30 mg (drei Tabletten a 10 mg) genommen werden. Im Beipackzettel wird oft empfehlen, Domperidon 30 Minuten vor dem Essen zu nehmen, aber das ist bezieht sich auf seinem Einsatz bei Verdauungsstörungen. Sie können Domperidon etwa alle 6 Stunden nehmen, wenn es zeitlich passt (Es ist nicht notwendig nachts aufzustehen, um den Abstand von 6 Stunden einzuhalten – es macht keinen Unterschied). Die meisten Mütter nehmen Domperidon für 3-8 Wochen. Mütter, die ein Adoptivbaby stillen, müssen das Mittel sehr viel länger nehmen.

Nach Beginn der Einnahme von Domperidon kann es drei bis vier Tage dauern bis ein Effekt auf die Milchbildung festzustellen ist, obwohl manche Mütter innerhalb von 24 Stunden eine Wirkung bemerken. Es scheint zwei bis drei Wochen zu dauern bis der maximale Effekt erreicht ist.

Zwei bis drei Wochen nach Beginn der Einnahme von Domperidon, ist der gewünscht Effekt entweder erzielt worden oder aber noch nicht. Falls nicht, sollte Domperidon für 2-3 Wochen weiter genommen werden. Wenn nach dieser Zeit weiterhin keine Wirkung festgestellt wird, sollte Domperidon nicht länger eingenommen werden.

Falls die Milchmenge sich ausreichend gesteigert hat, sollte die Mutter langsam die Domperidon-Dosis verringern. Wenn eine Dosierung von viermal täglich 20 mg Domperidon ein sehr gutes Resultat erzielt hat, sollte die Mutter für etwa 1 Woche auf dreimal täglich 20 mg herunter gehen. Wenn dabei die Milchmenge nicht abnimmt, was gewöhnlich der Fall ist, kann die Mutter das Domperidon tablettenweise weiter reduzieren, dabei sollte sie die reduzierte Dosis 4-5 Tage beibehalten, bevor sie eine weitere Tablette weglässt. Wenn die Mutter alle Tabletten weglassen kann, ohne dass die Milchproduktion abnimmt, ist das hervorragend.

Sollte allerdings die Milchmenge bei einer niedrigeren Domperidondosierung abnehmen, so sollte die Mutter wieder eine entsprechend höhere effektive Dosis Domperidon am Tag nehmen und diese Dosierung mehrere Wochen beibehalten. Danach kann sie wieder versuchen die Dosierung zu reduzieren. Häufig klappt der Reduktionsversuch beim 2. oder 3. Anlauf, wenn es beim ersten Mal nicht funktioniert hat. Manche Mütter stellen fest, dass sie Domperidon mehrere Monate lang einnehmen müssen. Insbesondere, wenn sie es einsetzen, um ein Adoptivbaby zu stillen.

Quelle:

Dr. Jack Newman, MD, FRCPC; Teresa Pitman: “The Ultimate Breastfeeding Book of Answers”, Prima Publishing, Roseville CA, 2000, S. 86-89.

Uebersetzung von Regine Gresens, IBCLC, Hamburg, Oktober 2000

ACHTUNG:

Falls während der Einnahme von Domperidon außergewöhnliche Symptome auftreten, wenden Sie sich sofort an Ihre Laktationsberaterin und/oder Ihren Arzt.

Copyright Jack Newman MD FRCPC
Dieser Artikel kann fuer den persoenlichen Gebrauch ohne weitere Genehmigung ausgedruckt und unbegrenzt ausgeteilt werden.

 

Beide original Artikel in Englisch:

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Eine weitere gute Seite, die viele Berichte über Milchbildung bereit hält, findet ihr unter folgendem Link. Lest euch da mal durch, ist alles sehr interessant.

kellymom.com

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Medikamente, die die Milchbildung fördern:

  • Domperidon
  • Metoclopramid
  • Haloperidol
  • Sulpirid
  • Risperidon
  • Chlorpromazin
  • Phenothiazine
  • Thyreotropin Releasing Hormon
  • Wachstumshormon

 
Hier noch ein Link zu einer langen Liste von Medikamenten die sich positiv auswirken können.

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Medikamente, die die Milchbildung behindern:

  • Cabergolin
  • Bromocriptin
  • Lisurid
  • Dopamin-D2-Rezeptor-Angonisten
  • Amphetamine
  • Diuretika
  • Opioide
  • Estrogene
  • Butylscopolamin
  • Ergotamintartrat

Genaueres dazu findet ihr unter folgendem Link.        klick mich…

 
Hier noch ein Link zu einer langen Liste von Medikamenten die sich negativ auswirken können.

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Solltet ihr von meinen o.g  Möglichkeiten gebrauch machen, übernehme ich natürlich keine Verantwortung. Es sind lediglich Hinweise, was ihr macht ist alleine eure Sache!